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[12.01.2007] LZ Ausgabe Nr. 2
Einweg auf Vormarsch
Trotz Pfand setzt sich Gebinde-Trend fort - Weiterer Preisverfall
Berlin, 11. Januar. Die in der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (Wafg) organisierten Hersteller registrieren weiterhin steigende Absatzzahlen bei Einweggetränken. "Einweg ist trotz Zwangspfand nachhaltig auf dem Vormarsch" bilanzierte Wafg-Präsident Martin Möller.
Möller bezifferte den Einweganteil der alkoholfreien Getränke mit 65,1 Prozent. "Der Markt wird bei Großverpackungen künftig noch viel stärker in Richtung Einweg tendieren" ist Möller überzeugt. Mehrweg werde dann nur noch im Gastro-Segment zu finden sein. Der Aufwärtstrend beim Absatz von Einweg geht Möller zufolge einher mit einem anhaltenden Preisverfall. Maßgeblich beeinflusst durch die weiter zunehmende Marktbedeutung der Discounter sanken die durchschnittlichen Verkaufspreise von alkoholfreien Getränken erneut. Mittlerweile beträgt der durchschnittliche Verkaufspreis 0,41 Euro, nachdem 2001 pro Liter 0,51 Euro festgestellt wurden. Die Branche gibt sich nach einem guten Jahr 2006 optimistisch für 2007. Allerdings zeigen sich die Hersteller mit den mageren Margen weiter unzufrieden. Während die Volumina im Handel um 10 Prozent zulegten, stiegen die Umsätze lediglich um 7,1 Prozent.
Nach einer Hochrechnung des Verbandes hat 2006 jeder Deutsche 291,5 Liter /2005: 287,5 Liter) an alkoholfreien Getränken konsumiert. Damit setze sich der langjährige Aufwärtstrend fort. Auch für 2007 gehen die Getränkeabfüller davon aus, dass durch die Einführung innovativer Produkte und Gebinde weitere Absatzzuwächse zu erzielen sind.
Im Vergleich zu 2005 stieg laut Wafg der pro-Kopf-Verbrauch bei den alkoholfreien Getränken "moderat" um 1,3 Prozent. Beeindruckend sei in diesem Zusammenhang die Langzeitentwicklung, erläuterte Möller. Danach hat der pro-Kopf-Verbrauch innerhalb von zehn Jahren um 26,3 Prozent zugelegt.
Der Gesamtabsatz alkoholfreier Getränke (einschließlich Export) kletterte im Absatzkanal Handel - beflügelt durch die Fußball-WM und den heißen Sommer - um 10 Prozent. Im Einzelnen verbuchten Erfrischungsgetränke ein Plus von 9,8 Prozent. Wässer konnten den Absatz im Handel um 10,8 Prozent steigern. Neue Getränkesegmente legten um 30,7 Prozent zu. Fruchthaltige Getränke mussten dagegen ein Minus von 2,9 Prozent hinnehmen.
Das steigende Gesundheitsbewusstsein habe sich im vergangenen Jahr positiv auf die Entwicklung der alkoholfreien Getränke ausgewirkt, kommentierte Möller die Entwicklung in den einzelnen Segmenten. Gefragt seien dabei immer mehr Produkte, die nicht nur schmecken, sondern auch einen gesundheitlichen Mehrwert aufweisen.
In der ernährungspolitischen Debatte um die Bekämpfung des Problems Übergewicht will die Wafg im Frühjahr mit einer freiwilligen Nährwertkennzeichnung auf Getränkeverpackungen punkten. Die Branche hofft mit der Offensive, möglichen Bestrebungen nach gesetzlich verpflichtenden Maßnahmen zuvorzukommen.
Quelle: [12.01.2007] Lebensmittelzeitung Ausgabe Nr. 2
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