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[19.01.2007] LZ Ausgabe Nr. 3
DPG-Sicherheit ist auf gutem Weg
Lesetechnik in Rücknahmeautomaten und Zählzentren läuft rund - Sperrriegel gegen Pfandbetrug
Frankfurt, 18. Januar. Knapp zwei Wochen vor Ablauf der von der Deutschen Pfandgesellschaft (DPG) gesetzten Frist kann die in Rücknahmeautomaten und Zählzentren installierte Erkennungstechnik nicht nur EAN-Codes, sondern auch die ins Einwegpfandlogo integrierte Sicherheitsfarbe weitgehend zuverlässig lesen. Dies bestätigen die DPG sowie Automatenhersteller und Händler in diesen Tagen gegenüber der LZ.
Deutschlandweit seien "97 bis 98 Prozent", der installierten Rücknahmeautomaten für pfandpflichtige Einweggebinde vorschriftsgemäß zertifiziert, berichtet Bernd Sieberger. Laut dem DPG-Geschäftsführer erkennt die seit Herbst 2006 aufgerüstete Lesetechnik der insgesamt 13 000 Geräte nicht nur EAN-Codes, sondern insbesondere auch das mit einer Sicherheitsfarbe versehene Einwegpfand-Logo hoch zuverlässig. Der Automatenindustrie hat die DPG ein für den Betrieb ihrer Produkte unabdingbare Befähigungszeugnisse abverlangt. Laut Bernd Sieberger haben Zertifizierungsteams qualifizierter Prüfinstitute, darunter auch der TPV eine repräsentative Stichprobe jedes einzelnen Gerätetyps vor Ort im Handel ausgiebig auf die Probe gestellt. Mit gezielt vom Standard abweichenden Sicherheitszeichen konfrontiert, hatte jeder Automat dabei Einweggebinde innerhalb exakt definierter Grenzen entweder korrekt als pfandhaltig zu akzeptieren oder zurückzuweisen.
Gegenüber der LZ äußern sich auch Händler positiv über die Funktionalität und Sicherheit der Rücknahmetechnik. "Unsere Automaten sind praktisch alle scharf geschaltet, die Ablehnungsquote liegt bei deutlich unter 1 Prozent" so das für die Branche exemplarische Urteil von Andreas Oels. Aus Sicht des bei Globus, St. Wendel, für den Bereich Bauwesen zuständigen Koordinationsleiters hat die installierte Erkennungstechnik das Haupteinfallstor für potenzielle Betrugs- oder Fälschungsversuche wirksam versperrt. "Wenn in den letzten Monaten überhaupt versucht wurde, zu manipulieren, dann fast immer bei der automatischen Gebinderücknahme", so die beruhigende Botschaft des Experten an diejenigen Händler, die pfandpflichtige Einweggebinde nach wie vor manuell zurücknehmen.
Auf Weiterentwicklungen der Sicherheitskennzeichen kann die Automatenindustrie laut Robert Mazuga flexibel und kostengünstig reagieren. "Wir können uns online in jedes im Handel arbeitende Gerät einwählen und Software-Updates vornehmen", sagt Robert Mazuga, Director International Sales bei der Wincor Nixdorf GmbH in Paderborn. Das Unternehmen zählt zu den größten Handelslieferanten. Wie Oels sieht auch der Hardwareexperte das Restrisiko für Manipulationen bei einem für alle Pfandsystem-Teilnehmer erfreulichen Minimum, wenn auch nicht ganz bei Null.
Dieser Meinung ist auch Heiner Bevers. Der Geschäftsführer der in Deutschland bei Rücknahmeautomaten marktführenden Tomra Systems GmbH, Hilden, hält Fälschungsversuche "wie auch bei Banknoten" nicht für von vornherein ausgeschlossen. Bevers verweist aber darauf, dass die entscheidende Motivation für groß angelegten Betrug ein -derzeit schwer vorstellbares - betriebswirtschaftlich attraktives Verhältnis des Aufwands zum Ertrag von 25 Cent Pfandwert" sei.
DPG-Geschäftsführer Sieberger erwartet, dass am 1. Februar auch die noch deutlich aufwändigere Erkennungstechnik der bundesweit knapp 90 Großzählautomaten den vorgeschriebenen Standards entspricht und reibungslos funktioniert. Über die Zählzentren laufen alle vom Handel manuell zurückgenommenen pfandpflichtigen Einweggebinde. Schätzungen zufolge ist diese Menge noch bis zu doppelt so hoch wie die Kollekte der Automaten im Handel.
Quelle: [19.01.2007] Lebensmittelzeitung Ausgabe Nr. 3
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