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[31.03.2006] LZ Ausgabe Nr. 13

Globus investiert in Leergutmanagement
Komplettausstattung mit Rücknahmeautomaten - Innovative Lösung
für Clearing und Verwertung - Sortimetsanpassungen


St. Wendel, 30. März. Globus macht in Sachen Leergutmanagement Nägel mit Köpfen. Für 10 Mio. Euro rüstet der SB-Warenhausbetreiber alle Standorte mit Kombigeräten von Tomra aus. Auch das Dienstleistungskonzept für Clearing und Verwertung steht.

Geschäftsleiter Andreas Fuß atmet auf. Die neue leuchtend grün- und orangefarbene Rücknahmeanlage in seinem Globus Getränkemarkt im Fachmarktzentrum St. Wendel hat vom Start weg zuverlässig funktioniert. Seit einer Woche läuft sie nun. Mit Blick auf den 1. Mai und die damit verbundenen umfassenden Rücknahmepflichten wurden hier fünf Tomra Automaten installiert. Sie können pro Minute 15 Kisten und 42 bepfandete Einzelgebinde, Dosen oder Flaschen, schlucken.

Auf Einwegglas will Globus auch in Zukunft verzichten. "Innerhalb der Unternehmensgruppe ist diese Anlage eine der größten", sagt Fuß. Die Investitionskosten beziffert er mit einer halben Million Euro, wovon rund 80 Prozent auf die Technik, die restlichen 20 Prozent auf bauliche Maßnahmen entfallen. So mussten eigens Mauern errichtet werden, die die rückwärtige Technik und die damit verbundene Geräuschkulisse abschirmen. Bislang war die Leergutannahme händisch - gesammelt wurde auf Paletten und in Plastiksäcken. Der Getränkemarkt umfasst 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche, macht pro Jahr mehr als 7 Mio. Euro Umsatz und führt mehr als 1000 Artikel.

Während andere Händler noch zaudern, prescht Globus beim Leerguthandling mit einem eigenständigen Konzept vor. "Wir kennen derzeit kein anderes so fortschrittliches Konzept", argumentiert Andreas Oels. Er ist Fachgruppenleiter Ablauforganisation Handel innerhalb der DPG und Koordinationsbereichsleiter im Bauwesen bei Globus. Als Planungsgrundlage für die Dimensionierung der Automaten diente unter anderem das Einweg-Mehrweg-Verhältnis in der Gruppe im Jahr 2002 - vor Einführung des Zwangspfands. Es lag bei 30 zu 70. Damals verkauften Globus-Märkte täglich im Durchschnitt 7500 Einwegartikel.

Globus gehörte zu den ersten, die schon im August vergangenen Jahres einen Vertrag über die Komplettausstattung mit Automaten geschlossen haben. Diese müssen Einzelflaschen in Einweg und Mehrweg sowie Dosen annehmen. Lediglich die automatisierte Annahme von Kisten ist den einzelnen Standorten freigestellt. Die überwiegende Mehrheit hat sich dafür entschieden. Eine Pilotanlage wurde im letzten Jahr getestet, nun laufen die Installationen auf Hochtouren. Ende April sollen zirka 30 Outlets ausgestattet sein. 16 hinken dem ehrgeizigen Zeitplan jedoch rund acht Wochen hinterher, "weil wir dort riesige Anbauten errichten müssen". Insgesamt geht Oels davon aus, dass Globus bis Ende Juli komplett mit über 100 Geräten versorgt sein wird. Das Investitionsvolumen liegt bei 10 Mio. Euro, davon 6,5 Mio. für die Technik, 3,5 Mio. für bauliche Veränderungen.

Ab Mai bis Ende nächsten Jahres will Globus 100 Millionen bepfandete Gebinde durchschleusen. Das entspricht einer Pfandsumme von 25 Mio. Euro, rechnet Oels vor. Entsprechend wichtig ist den St. Wendelern ein verlässliches Clearing. Vor kurzem fiel die Entscheidung für den Dienstleister Clearing Solution GmbH aus Filderstadt, mit dem man bereits beim Couponing zusammenarbeitet. "Es gibt bei den Abläufen Parallelen, deshalb setzten wir auf diesem Instrument auf", erläutert Oels. Von der Erzeugung des Rohdatensatzes bis zur Verbuchung auf dem Kostenkonto finde einautomatisierter Prozess statt. Für die Globus-Eigenmarken fungiert Clearing Solution überdies als Pfandkontoführer.

Derart gewappnet, kann Globus mit Blick auf den 1. Mai sein Getränkeangebot ausweiten, "Wir werden dann ein umfangreiches bepfandetes Einweg Sortiment führen", kündigt Geschäftsleiter Fuß für seinen Fachmarkt an. Man plane "100 bis 130 neue Artikel", um sich auf diesem Sektor schnell Kompetenz zu erarbeiten. Einerseits werde Alkoholfreies in PET, aber auch Bier in Dosen wieder gelistet, allen voran das 0,5-l-Gebinde von Holsten. Die Gruppe setzt insgesamt allerdings auch weiterhin auf eine hohe Mehrwegquote. "Wir wollen schließlich unsere Mehrwegkunden nicht durch eine zu einseitige Einwegstrategie in den Getränkeabholmarkt treiben."

Quelle: Lebensmittelzeitung Ausgabe Nr. 13 [31.03.2006]

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